Gemeinschaftspraxis

Dr. med. Wolfgang Meer und Dr. med. Uwe Schlittenhardt

 




Liebe Patientinnen und Patienten,

vor allem Anderen wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein gutes und gesundes Jahr 2010!

Nach der Bundestagswahl mit nun einem Arzt an der Spitze des Gesundheitsministeriums hatten viele unserer Kollegen die Hoffnung auf bessere Zeiten. Leider ist unsere hausärztliche Skepsis, die auf langjähriger Erfahrung mit nichtgehaltenen Versprechungen beruht, bislang nicht gewichen. Das System bleibt unverändert chaotisch und ungerecht, mit einer anhaltenden Tendenz zur Verschlechterung. Unsere Meinung aus dem Vorjahr finden Sie weiter unten.
Immerhin haben wir das Jahr 2009 als Praxis überlebt und sind auch guter Dinge, in Zukunft nicht unterzugehen. Aber wie jedes Jahr sind die Perspektiven unsicher und nicht rosig (Anmerkung vom 19.5.2010: Inzwischen liegen die Zahlen für 2009 vor. Entgegen allen Versprechungen der Politik haben wir 2009 gegenüber 2007 keinen Honorarzuwachs erzielt und gegenüber 2008 ein Minus von mehr als 10% zu verzeichen, trotz mehr Patienten und mehr Arbeit. Unsere Skepsis ist mehr ale berechtigt!).

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen für die Anerkennung unserer Arbeit während des Jahres und zu Weihnachten herzlich bedanken. Das tut gut. Wir werden uns bemühen unseren Standard der hausärtzlichen Versorgung im Jahr 2010 zu halten.

Wir sind auch im Jahr 2010 als akademische Lehrpraxis der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und der Universität Mannheim mit der Ausbildung von Medizinstudenten betraut. Damit wir zukünftig gute Ärzte und Ärztinnen bekommen, möchten wir Sie um Ihre Mithilfe bitte. Selbstverständlich bleibt diese freiwillig und Sie können uns immer, wenn Sie möchten, auch ohne Studenten sprechen.

Mögen Sie gelegentlich an uns denken und uns möglichst selten als Ärzte benötigen!

Ihr Dr. med. Wolfgang Meer

und

Ihr Dr. med. Uwe Schlittenhardt


Gedanken zum Jahr 2009

...letztes und vorletztes Jahr hatten wir gemeint:

Nie zuvor in unsere Zeit als Ärzte haben wir soviele Kollegen getroffen, die keine Lust mehr haben und nach Möglichkeiten für einen Systemausstieg suchen.

Leider hat sich die Situation weiter zugespitzt. Aktuell herrscht nur noch allseitige Verwirrung und Chaos:
Zur Zeit sind alle Honararbescheide, also welches Honorar wir für Kassenpatienten bekommen, für Baden-Württemberg entweder ausgesetzt oder nur vorläufig, Berechnungen zu unserem Honorar für die ersten 3 Monate im Jahr 2009 sollen von offizieller Seite frühestens im August erfolgen. Nach den vorliegenden, aktuellen Hochrechnungen werden Hausärzte, die vor allem Regel- bzw. Grundversorgung machen, zu den großen Verlierern gehören. Dazu gehören wir (Was dann auch so eingetreten ist).
Die Verantwortung für diese Entwicklung wird von der Politik in Berlin und Stuttgart, unseren Ärztefunktionären und den Krankenkassen hin und her geschoben.
Leider trifft man in den Medien nur auf falsche oder einseitige Berichterstattung. Die genannten Zahlen zum Arzteinkommen treffen auf uns nicht zu. Mit den genanneten Einkommen wären wir längst zufrieden. Wir fahren auch nicht mit dem dicken Sportwagen zu Protestveranstaltungen und verlangen selbstverständlich keine Vorkasse.
Es werden überall unrichtige Zahlen genannt.
Nur soviel: 
38,98 € für die Grundversorgung in 3 Monaten,
18 € für einen normalen Hausbesuch, der uns im Regelfall durch das Regelleistungsvolumen noch gekürzt werden,
2,5 % mehr für Ärzte in Baden-Württemberg gegenüber 2007, bei einer Inflationsrate von 2,3 % in 2007 und 2,6 % in 2008.
(Der tatsächliche Zuwachs war 0%)
.
Damit können wir zukünftig nicht mehr vernünftig arbeiten.
Über mögliche Folgen, falls die schlechten Zahlen sich im Spätjahr bestättigen, denken wir zur Zeit nach: 
-Kostenreduzierung durch Verringerung der Sprechstundenzeiten um Personal einsparen zu können, um mehr Zeit für noch bezahlte, extrabudgetäre Bereich zu haben, wie Vorsorgeuntersuchungen, Formularausfüllen für DMPs, Akupunktur, IGeL, Unterrichts- und Vortragstätigkeiten,
-Praxisschließung zur Durchführung von Reparatur-, Renovierungs- und Netzwerkarbeiten in Eigenregie
-Verschiebung von Investitionen

Wir werden uns allerdings weiter dafür einsetzen, dass eine vernünftige, eigenständige hausärztliche Tätigkeit weiter aufrecht erhalten werden kann. Dabei grenzen wir uns von aber deutlich von denjenigen Fachkollgen ab, die jammern aber exzellent verdienen. Wir sitzen nicht im selben Boot!